Erläuterungen zu den Zielbereichen der E-Government-Projekte

Der IT-Planungsrat hat die Nationale E-Government-Strategie (NEGS) im September 2010 beschlossen. Bund, Länder und Kommunen verständigten sich auf sechs Zielbereiche, mit denen die elektronische Abwicklung von Verwaltungsdienstleistungen weiterentwickelt werden sollen. Die E-Government-Projekte orientieren sich in ganz Deutschland an diesen Zielen.

Unterstützung der Zielbereiche

  Das Projekt hat für diesen Zielbereich keine Relevanz
  Das Projekt ist impulsgebend für diesen Zielbereich
  Das Projekt unterstützt diesen Zielbereich wesentlich
  Das Projekt unterstützt diesen Zielbereich in weiten Teilen
  Das Projekt unterstützt diesen Zielbereich in vollem Umfang

Zielbereiche

Zielbereich A: Orientierung am Nutzen für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verwaltung

Die Qualität des E-Government-Angebotes bestimmt sich in erster Linie am Nutzen für Bürger, Unternehmen und Verwaltung. Bürger und Unternehmen müssen die E-Government-Dienste kennen, Zugang zu diesen haben und Partizipationsmöglichkeiten nutzen können. Dies bedarf unter anderem einer flächendeckenden Breitbandversorgung. Die elektronische Kommunikation von Bürgern sowie Unternehmen mit der Verwaltung ist anwenderfreundlich und barrierefrei. Einwohner und Unternehmen haben für unterschiedliche Anwendungsfälle, Geschäfts- und Lebenslagen Ansprechpartner der Verwaltung. Alle geeigneten Verwaltungsangelegenheiten lassen sich orts- und zeitunabhängig über das Internet abschließend elektronisch erledigen. Die Verwaltung und ihre Mitarbeiter sind ausreichend auf die Herausforderungen und Aufgaben im E-Government vorzubereiten und auszubilden, um die Ansprüche von Bürgern und Unternehmen zu erfüllen. Die Qualität und Transparenz der Verwaltungsinformationen nimmt zu.

Zielbereich B: Wirtschaftlichkeit und Effizienz

Der Zielbereich Wirtschaftlichkeit und Effizienz umfasst die wirtschaftliche, schnelle und qualitativ hochwertige Erfüllung der Aufgaben durch die Verwaltung. Prozessketten sind ebenenübergreifend und kundenorientiert optimiert sowie durchgängig digitalisiert. Die Abläufe zwischen Unternehmen und Verwaltung werden möglichst vollständig elektronisch umgesetzt und unterstützt. E-Government, im Zusammenspiel mit Aufgabenkritik, Struktur- und Prozessoptimierung, hilft der Verwaltung, ihre Aufgaben bei unverminderter Qualität schneller zu erledigen und trägt damit zur Zufriedenheit von Bürgern und Bürgerinnen und Unternehmen bei. Es senkt sowohl die Durchlaufzeiten der Verwaltungsabläufe als auch die Kosten für Nutzer und Nutzerinnen und Verwaltung.

Zielbereich C: Transparenz, Datenschutz und Datensicherheit

E-Government bietet die Chance, politische und Verwaltungsprozesse transparenter zu gestalten. Datenschutz, Datensicherheit und Transparenz sind darüber hinaus wichtige Voraussetzungen, damit Bürgerinnen und Bürger dem E-Government vertrauen, es akzeptieren und auch intensiv nutzen. Es werden nur diejenigen personenbezogenen Daten erhoben und verarbeitet, die für die Erfüllung der jeweiligen Verwaltungsaufgabe benötigt werden. Soweit möglich und sinnvoll soll die anonyme oder pseudonyme Inanspruchnahme von Verwaltungsdienstleistungen ermöglicht werden. Bürgerinnen und Bürger können sich im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Regelungen Transparenz über die zu ihrer Person bei öffentlichen Stellen verarbeiteten Daten verschaffen. Geeignete Informationen aus Politik und Verwaltung, die für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und die Verwaltung wichtig oder wirtschaftlich nutzbar sind, werden für die Zielgruppen aufbereitet und ggf. kostenpflichtig zur Verfügung gestellt.

Zielbereich D: Gesellschaftliche Teilhabe

Im Zielbereich gesellschaftlicher Teilhabe geht es um die gezielte Förderung der Mitwirkung von Bürgern und Bürgerinnen und Unternehmen an der Gestaltung und dem Vollzug öffentlicher Aufgaben. Informations- und Kommunikationstechnologien bieten eine zusätzliche Möglichkeit zur Teilnahme von Bürgern und Bürgerinnen und Unternehmen an der politischen Meinungsbildung und bei der Gestaltung von Planungs- und Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Für die Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen ist es wichtig zu sehen, wie sich ihre Teilhabe auswirkt. Die Ergebnisse der Partizipation sowie der Umgang damit sind daher nachvollziehbar zu machen.

Zielbereich E: Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit

Bund, Länder und Kommunen unterstützen und fördern Innovationsfähigkeit und Veränderungsbereitschaft durch jeweils eigene leistungsstarke und kundenorientierte E-Government-Angebote. In der Entwicklung und effizienten Nutzung neuer Technologien und Lösungen für E-Government strebt Deutschland in Europa und international eine führende Rolle an. Der Einsatz von E-Government hilft durch die elektronische Optimierung von Prozessketten den Energiebedarf und in dessen Folge den CO2-Ausstoß bei Anbietern und Nachfragern öffentlicher Leistungen zu senken und fördert so die ökologische Nachhaltigkeit.

Zielbereich F: Leistungsfähige IT-Unterstützung

Eine angemessene Modularisierung der IT-Systeme ist vorzusehen und umzusetzen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Lösung so einfach wie möglich und zugleich aber eine Skalierbarkeit gewährleistet ist. Wirkungsvolle Aktivitäten hierfür sind die Umsetzung von Standards, die Absicherung von Interoperabilität sowie die stärkere Nutzung von IT-Dienstleistungszentren. Bei der Umsetzung wird, soweit sinnvoll, ebenenübergreifend zusammengearbeitet. Für E-Government verwendete Inhalte, Basisdienste, Anwendungen und Infrastrukturen werden, soweit möglich, gebündelt und im Rahmen der Wiederverwendbarkeit auch an anderen Stellen zur Verfügung gestellt. Bund und Länder fördern internationale Standards für Interoperabilität und Sicherheit. Auch in Krisensituationen müssen wichtige Anwendungen für alle Bedarfe in ausreichendem Maß verfügbar sein.